Sie sind uns Menschen zugeteilt und stehen uns zu Diensten. Mit ihnen kommen wir Menschen im Geiste am meisten in Berührung oder ins Gespräch, d.h.
- sie sind die Wächter unserer Seele und bewahren uns vor Missgeschick und Unheil,
- sie nehmen unsere Wünsche und Gebete entgegen,
- sie führen uns nach dem irdischen Tod in die Jenseitswelt zurück hin vor jene Engel, deren Aufgabe es ist, über uns zu richten, und
- sie sind unsere Fürbitter im Jenseits.
2. Die Erzengel
Sie wachen darüber, dass die Ordnung und die Gesetze Gottes im Himmel, auf der Erde und in der Hölle eingehalten werden. Man kann sie auch als „Strafengel Gottes“ bezeichnen. Sie werden jeweils von jenen Engeln herbeigerufen, die unter den Menschen oder in der Hölle ihren Dienst verrichten. Wenn es sein muss, treten diese Straf engel mit feurigen Schwertern auf. Sie sind gross und mächtig und unterscheiden sich dadurch von anderen Wesen der Gotteswelt. (Mit „Erzengel“ sind hier nicht die „Söhne Gottes“, sondern im Besonderen Michael und die führenden Engel seiner Legion gemeint).
3. Die Herrschaften (Kräfte)
Ihre Aufgabe ist es, für die Kirche Gottes besorgt zu sein, wobei „Kirche Gottes die „Herrschaft des Herrn“ bedeutet. Sie sind die geistigen Führer der verschiedenen Völker, unabhängig davon, welcher Religion diese angehören. So ist es diesen Engeln der Herrschaften auch nicht gleich, was innerhalb der verschiedenen Weltreligionen auf dieser Erde geschieht. Sie bemühen sich um das religiöse Leben aller Menschen und tun alles, damit sie Recht von Unrecht unterscheiden lernen, auch wenn sie nicht zum christlichen Glauben gefunden haben. Verehren sie gewisse Propheten, so bilden diese ein Bindeglied zwischen jenen Menschen und Gott.
Die Herrschaften versuchen, die Seele des Menschen zu erleuchten, damit er den Weg der Wahrheit findet und so schneller zum Vater zurückkehrt. Sie versuchen, die wahre Kirche Gottes zu verwirklichen. Wo Menschen in tiefem Verlangen nach der Wahrheit und Gott sind, da finden sie sich ein. Sie stützen und führen solche Menschen. Wo es gilt, die wahre Kirche Gottes neu zu gestalten und aufzubauen, da sind sie tätig. Sie bahnen die Wege von der Gotteswelt zu den Menschen. Sie haben es auch ermöglicht, dass unsere Geistlehrer Lene und Josef den Weg über die Mittlerin Beatrice Brunner zu uns Menschen fanden.
4. Die Fürsten
Diese Engel sind für die himmlischen Güter besorgt. Sie verwalten zum einen die Güter all jener Geistwesen, die beim Abfall in die Tiefe gestürzt wurden. Im Weiteren betreuen sie alle sonstigen Güter und Reichtümer der himmlischen Welt, d.h. sie erhalten sie gemäss dem Plane Gottes in ihrer Pracht und Herrlichkeit bzw. sie sind dafür verantwortlich, dass die Besitzer himmlischer Güter die damit verbundenen Aufgaben auch erfüllen. Es wird keinerlei Oberflächlichkeit, Nachlässigkeit oder Bequemlichkeit hingenommen. Das zu hören, mag manchen Menschen erstaunen, weil oft die Meinung vorherrscht, in der Gotteswelt sei alles von selbst in Ordnung, was aber nicht zutrifft. Auch in der Gotteswelt muss alles, ähnlich wie auf Erden, erarbeitet, erhalten und erneuert werden, auch wenn diese Arbeit aufgrund der feinstofflichen Materie leichter vonstatten geht als auf Erden.
5. Die Cherubim
Sie haben ihre Aufgaben ausschliesslich in der Geisteswelt. Sie sind in Gottes und in Christi Nähe und behüten und beschützen Gottes Thron und dessen Reich, so dass kein Wesen unbefugt in es eindringen kann. Ferner beschützen sie in den verschiedensten Himmeln deren Kostbarkeiten oder Herrlichkeiten.
6. Die Seraphim
Sie arbeiten zwar sehr oft mit den Cherubim zusammen, haben aber ganz andere Talente als diese und verrichten deshalb auch ganz andere Aufgaben. Sie sind auf dem Gebiet der Kunst tätig. In den himmlischen Welten spielt die Kunst eine viel bedeutendere Rolle als auf Erden. Die Kunst des Himmels ist etwas Vollkommenes. Die Gotteswelt schätzt die Schaffungen der himmlischen Künstler sehr und lässt sich von den wechselnden, immer neuen Herrlichkeiten, die der Eifer dieser Geistwesen zustande bringt, überraschen.
Weitere Informationen über die neun Chöre bzw. die himmlische Hierarchie erhalten wir beispielsweise im Buch „Engel – Eine bedrohte Art“ von Godwin (1991, S. 23). Auch sei auf das Buch „Ein Plädoyer für Engel“ von Wenberg (1994) hingewiesen. Der Autor trägt in diesem Nachschlagewerk die Ansichten unterschiedlicher Quellen über das Engelreich zusammen. Ferner seien auch die folgenden zwei Bücher von Moolenburgh (1991, 1993) erwähnt: „Engel als Beschützer und Helfer des Menschen“ und „Engel - Helfer auf leisen Sohlen“.
Durch den Abfall fielen den Engeln neue Aufgaben zu Als es nach dem Engelsturz um die Heimführung der Gestürzten zurück in den Himmel ging, fanden sich die Getreuen des Himmels bereit, jenen, mit denen sie einst so innig verbunden gewesen waren, helfend beizustehen. Dadurch kam es zu einer neuen Aufteilung der Engelschar in Engel des Gebetes, Engel der Barmherzigkeit, Engel des Friedens, Engel der Güte, Engel der Hilfsbereitschaft und anderen Tugenden.
Vor dem Abfall, als alle Wesen noch in Ordnung und in Frieden im Himmel gelebt hatten, brauchte es weder Gnadenengel noch Missionsgeister, weder Strafengel noch Engel der Barmherzigkeit und der Fürsprache. Sie wurden nicht benötigt. Der Himmel war damals noch anders geordnet. Nach dem Fall aber mussten den Engeln neue Aufgaben zugewiesen werden.
Soweit unsere Ausführungen zum vielfältigen Wirken der Geister Gottes. Es soll uns zuversichtliche stimmen zu wissen, dass uns die Gotteswelt auf vielfältige Art und Weise und in den verschiedensten Situationen helfend beisteht. Nun ist es an uns, diese immer wieder angebotene unerschöpfliche Ressource der Gotteswelt zu nutzen und Gott dafür auch dankbar zu sein. Als einst gefallene Engel befinden wir uns heute auf dem beschwerlichen Rückweg in den Himmel, unserer einstigen Heimat. Obwohl uns Jesus Christus vor bald zweitausend Jahren von der Abhängigkeit Luzifers befreit hat, würden wir ohne den täglichen Beistand der Geister Gottes den Rückweg in den Himmel nicht schaffen.